Freitag, 21. Juni 2013

Hohe Herren der öffentlichen Verwaltung schreiben Ihnen!

http://goo.gl/1H98m
Gestern hatte ich wieder Post im Briefkasten, Absender: "Rheinisch-Bergischer Kreis, Der Landrat".
Herr Wichtig persönlich kam also aufgrund seines Charakters nicht umhin, mich mit seiner Post zu bedenken! Und das ganz ohne Brieftaube und reitendem Boten!
Wann immer mir diese und ähnliche Gesellen das Privileg ihrer hochgestellten Aufmerksamkeit zuteil werden lassen, wird es teuer, z.B. stolze 25,00 EUR für erbärmliche 12 km/h zu schnell - weil sie es können. Gut, dass ich es in dem Augenblick, in dem ich geblitzt wurde, nicht wirklich eilig hatte! Sonst hätte sich Herr Hochwohlgeboren wohl zu Szepter und Reichsapfel direkt noch auf meine Kosten den passenden Nerz dazu leisten können!

Hier mal eine alphabetische Auflistung der Herren, die mich in den letzten Jahren mit Post beehrten:
Oberbergischer Kreis, Der Landrat
Oberbergischer Kreis, Der Oberkreisdirektor
Stadt Köln, Der Oberbürgermeister
Stadt Radevormwald, Der Bürgermeister
Stadt Radevormwald, Der Stadtdirektor
Stadt Wuppertal, Der Oberbürgermeister
Stadt Wuppertal, Der Oberstadtdirektor
Stadt Wuppertal, Der Polizeipräsident
Und warum sind es zu 100% Männer?
Wie wäre es mal mit einer Frauenquote, ihr Vögel?
Ich stelle mir vor, dass, wenn ich von einer Frau Landrätin Post bekäme, vielleicht würde die mich mit Partnerin und Freunden mal auf ihr idyllisch gelegenes, wildrosenumranktes Wasserschloss bei Waldbröl zu Kuchen und frisch gepresster Limonade einladen.


Donnerstag, 20. Juni 2013

Bürogeplänkel 52 - Lüften im Büro

http://goo.gl/PdBBJ
Es ist Sommer. Besonders gestern. Es ist kein Jahrhundertsommer (Link), aber hey! - mir reicht's.
"Brüllhitze" hätte de Vatter dazu gesagt.
Empfehlungen, wie man an Sommertagen lüften soll, gibt es (im Netz) allerorten:
Eine weitere Maßnahme im Kampf gegen die Hitze in der Wohnung ist die richtige Lüftung. "Entgegen der immer noch weit verbreiteten Praxis sollte man bei heißer Witterung nur spät abends, nachts oder am besten ganz früh morgens lüften", rät Dorn. "Wer tagsüber lüftet oder die Fenster auch nur auf Kipp stellt, lässt nur noch mehr Hitze ins Haus, die dann dauerhaft in den Wänden gespeichert bleibt." (Quelle: Welt.de)
Na, dann wissen wir ja jetzt alle bescheid, oder?

Nur in der Hölle quält man die Insassen noch mit der "Großraumbüro-Methode".
Die geht so: Die Mitarbeiter kommen ins Büro, wo es eine für die Hölle völlig moderate Temperatur von sagen wir 22°C hat. Alle Fenster sind zu, die Lamellen-Gardinen sind zugezogen. Die Leute fahren ihre Rechner hoch, holen sich Kaffee und setzen sich an ihre Arbeitsplätze. Schlagartig werden 50% der Kollegen von einer Art Besessenheit befallen: Sie wollen die Fenster, die in Wirklichkeit Backofen-Türen sind öffnen, komme was wolle! Ein Fenster nach dem anderen wird aufgerissen, tödliche 290°C heiße Backofen-Luft dringt ins Büro und beginnt, die Mitarbeiter zu backen! Die Kollegen, die greinen, dass man die Fenster doch bitte, bitte geschlossen lassen solle, werden komischerweise nie, nie, niemals gehört, zu stark ist die Besessenheit der Anderen. Wird doch mal ein Fenster geschlossen, dann bekommt selbst eine normalerweise hoch-moderate Kollegin wie Drea-po-pea einen Besessenheits-Anfall und schreit: "Mäch das Fenstäää auf, ich erstickäää!!!", dabei reißt sie die noch geschlossene Backofentür auf und läßt sich von der ins Büro drängenden Umluft rösten wie Popcorn.
"Popp!!", macht es mit ihr, aber erst, nachdem sie sehr lange gelitten hat.
Am Ende sind alle Mitarbeiter totgebrutzelt, bis zum nächsten Morgen in der Großraumbüro-Hölle - und das bis in alle Ewigkeit.

Ich bin zwar Atheist, aber das richtige Leben weist doch überraschende Parallelen auf.


Bürogeplänkel 52 - Lüften im Büro

http://goo.gl/PdBBJ
Es ist Sommer. Besonders gestern. Es ist kein Jahrhundertsommer (Link), aber hey! - mir reicht's.
"Brüllhitze" hätte de Vatter dazu gesagt.
Empfehlungen, wie man an Sommertagen lüften soll, gibt es (im Netz) allerorten:
Eine weitere Maßnahme im Kampf gegen die Hitze in der Wohnung ist die richtige Lüftung. "Entgegen der immer noch weit verbreiteten Praxis sollte man bei heißer Witterung nur spät abends, nachts oder am besten ganz früh morgens lüften", rät Dorn. "Wer tagsüber lüftet oder die Fenster auch nur auf Kipp stellt, lässt nur noch mehr Hitze ins Haus, die dann dauerhaft in den Wänden gespeichert bleibt." (Quelle: Welt.de)
Na, dann wissen wir ja jetzt alle bescheid, oder?

Nur in der Hölle quält man die Insassen noch mit der "Großraumbüro-Methode".
Die geht so: Die Mitarbeiter kommen ins Büro, wo es eine für die Hölle völlig moderate Temperatur von sagen wir 22°C hat. Alle Fenster sind zu, die Lamellen-Gardinen sind zugezogen. Die Leute fahren ihre Rechner hoch, holen sich Kaffee und setzen sich an ihre Arbeitsplätze. Schlagartig werden 50% der Kollegen von einer Art Besessenheit befallen: Sie wollen die Fenster, die in Wirklichkeit Backofen-Türen sind öffnen, komme was wolle! Ein Fenster nach dem anderen wird aufgerissen, tödliche 290°C heiße Backofen-Luft dringt ins Büro und beginnt, die Mitarbeiter zu backen! Die Kollegen, die greinen, dass man die Fenster doch bitte, bitte geschlossen lassen solle, werden komischerweise nie, nie, niemals gehört, zu stark ist die Besessenheit der Anderen. Wird doch mal ein Fenster geschlossen, dann bekommt selbst eine normalerweise hoch-moderate Kollegin wie Drea-po-pea einen Besessenheits-Anfall und schreit: "Mäch das Fenstäää auf, ich erstickäää!!!", dabei reißt sie die noch geschlossene Backofentür auf und läßt sich von der ins Büro drängenden Umluft rösten wie Popcorn.
"Popp!!", macht es mit ihr, aber erst, nachdem sie sehr lange gelitten hat.
Am Ende sind alle Mitarbeiter totgebrutzelt, bis zum nächsten Morgen in der Großraumbüro-Hölle - und das bis in alle Ewigkeit.

Ich bin zwar Atheist, aber das richtige Leben weist doch überraschende Parallelen auf.


Bürogeplänkel 52 - Lüften im Büro

http://goo.gl/PdBBJ
Es ist Sommer. Besonders gestern. Es ist kein Jahrhundertsommer (Link), aber hey! - mir reicht's.
"Brüllhitze" hätte de Vatter dazu gesagt.
Empfehlungen, wie man an Sommertagen lüften soll, gibt es (im Netz) allerorten:
Eine weitere Maßnahme im Kampf gegen die Hitze in der Wohnung ist die richtige Lüftung. "Entgegen der immer noch weit verbreiteten Praxis sollte man bei heißer Witterung nur spät abends, nachts oder am besten ganz früh morgens lüften", rät Dorn. "Wer tagsüber lüftet oder die Fenster auch nur auf Kipp stellt, lässt nur noch mehr Hitze ins Haus, die dann dauerhaft in den Wänden gespeichert bleibt." (Quelle: Welt.de)
Na, dann wissen wir ja jetzt alle bescheid, oder?

Nur in der Hölle quält man die Insassen noch mit der "Großraumbüro-Methode".
Die geht so: Die Mitarbeiter kommen ins Büro, wo es eine für die Hölle völlig moderate Temperatur von sagen wir 22°C hat. Alle Fenster sind zu, die Lamellen-Gardinen sind zugezogen. Die Leute fahren ihre Rechner hoch, holen sich Kaffee und setzen sich an ihre Arbeitsplätze. Schlagartig werden 50% der Kollegen von einer Art Besessenheit befallen: Sie wollen die Fenster, die in Wirklichkeit Backofen-Türen sind öffnen, komme was wolle! Ein Fenster nach dem anderen wird aufgerissen, tödliche 290°C heiße Backofen-Luft dringt ins Büro und beginnt, die Mitarbeiter zu backen! Die Kollegen, die greinen, dass man die Fenster doch bitte, bitte geschlossen lassen solle, werden komischerweise nie, nie, niemals gehört, zu stark ist die Besessenheit der Anderen. Wird doch mal ein Fenster geschlossen, dann bekommt selbst eine normalerweise hoch-moderate Kollegin wie Drea-po-pea einen Besessenheits-Anfall und schreit: "Mäch das Fenstäää auf, ich erstickäää!!!", dabei reißt sie die noch geschlossene Backofentür auf und läßt sich von der ins Büro drängenden Umluft rösten wie Popcorn.
"Popp!!", macht es mit ihr, aber erst, nachdem sie sehr lange gelitten hat.
Am Ende sind alle Mitarbeiter totgebrutzelt, bis zum nächsten Morgen in der Großraumbüro-Hölle - und das bis in alle Ewigkeit.

Ich bin zwar Atheist, aber das richtige Leben weist doch überraschende Parallelen auf.


Mittwoch, 19. Juni 2013

Dienstleister der Götter (2010)


shopping; mall;
Originally uploaded by jostel
Das zumindest behauptet Wikipedia:
"Das Centro [in Oberhausen] ist mit 70.000 m² Verkaufsfläche eines der zwölf größten Einkaufs- und Freizeitzentren in Deutschland. Über 200 Einzelhandelsgeschäfte verteilen sich auf zwei Ebenen des Einkaufszentrums."
Nun, irgendwann ergab es sich, dass ich mit Freunden auch mal dorthin gefahren bin.
Naja. Von wegen "200 Einzelhandelsgeschäfte"! Im Grunde war es so, dass man ein und denselben Jeansladen mit Copy & Paste etwa 70-mal in das Zentrum hineinkopiert hatte, inklusive 70 identischer Teenie-Verkäuferinnen und den immer gleichen Levi's-Jeans.
Nur Trotteln würde das nicht auffallen!
Allein schon wegen der 70 geklonten Verkäuferinnen!
Blieben also knapp 131 Läden, immer noch eine ganze Menge.

Aus einem der nicht identischen Jeansläden bombte laute Musik, der Laden hatte eine riesige Verkaufsfläche, ein DJ an zwei Turntables legte auf, im Hintergrund tanzten ein paar Mädels. Staunend betrat ich diesen lärmenden Love-Parade-Schuppen. Die Musik war schon mächtig laut! Allerdings sah ich in der Ferne tatsächlich einen Ständer mit vielversprechenden Herren-Oberhemden und scharwenzelte zu ihm herüber. Die Bässe ließen den Boden beben. Leider waren die Hemden aus der Nähe völlig indiskutabel. Ich stand ein wenig ratlos herum. Aus der Traube der Tänzerinnen löste sich eine zarte Gestalt und tanzte genau auf mich zu. Das Mädchen war so überaus topmodisch gekleidet! Sie bewegte sich im perfekten Einklang zum Bomben der Bässe, ich beobachtete ehrfürchtig dieses anmutige Wesen in seinem natürlichen Lebensraum!
Dann war sie bei mir - die Bedienung.
"Ey, wat willse?", schrie sie mir ins Ohr, "Ich glaub' nämlich nich', dasse hier nochmal angesprochen wirs'!"
Ich brüllte etwas minder Originelles zurück und trollte mich.
Doch eines wusste ich plötzlich ganz intensiv und voll der spontanen, scheuen Ehrfurcht: Hier, an diesem allerprofansten Ort, in einem überdimensionierten Einkaufszentrum, war ich den Dienstleistern der Götter begegnet!


Dienstag, 18. Juni 2013

ru24 History 48 - Der neue Partykeller (1985)

http://goo.gl/D3L4t
1985. Für den neuen Partykeller hatte der Vater von Thomas M. ("Tom") echt was springen lassen: Ein befreundeter Schreiner hatte ihn nach Maß angefertigt und vor Ort eingebaut. Es sah zünftig aus, alles roch nach Holz und wunderbar dezent nach hochwertiger Honiglasur.

Zwei Wochen später beschlossen Toms Eltern, mal übers Wochenende wegzufahren. Das nahm Tom zum Anlaß, zu einer "kleinen Einweihungsparty" einzuladen.
Aufgrund einer sehr einschlägigen Erfahrung mit einer völlig außer Rand und Band geratenden, quasi öffentlichen Haus-Party, beschloß Tom, dieses Mal Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen:
1) Einladung von nur maximal 16 der üblichen Verdächtigen
2) Limitierung der Alkohol-Ressourcen auf maximal 16 Personen
3) Aufstellen von acht 10 l-Eimern - wenn sich schon jemand übergeben muss, dann doch bitte in eines der zahlreich herumstehenden, mehr als großzügigen Behältnisse!
Ein veritabler, wenn nicht sogar ein genialer Plan!

Kumpel Michael ("Gene") und ich waren noch bei einem gesitteten Sit-In-Geburtstag ("Moni") geladen gewesen, von wo aus wir dann gegen Mitternacht mit großen Erwartungen in Richtung Toms "Partykeller-Einweihungsparty" aufbrachen.
Angekommen, stellten wir fest, dass das Haus seltsam unbelebt aussah. Aus keinem der Fenster schien Licht, verrückterweise auch nicht aus den Kellerfenstern. Wir gingen zum unbeleuchteten Eingang, lauschten - nicht das geringste Geräusch drang aus dem Gebäude, wie unheimlich! Es war doch erst Mitternacht!
Wir schellten - nichts. Wir schellten nochmal - wieder nichts! Wir läuteten Sturm, klopften, endlich wurde die Tür einen Spaltbreit geöffnet. Ein leicht aufgedunsener und schwer angetrunkener Frank P. ("Pore") öffnet uns, sein Grinsen ging einmal um den ganzen Kopf herum. Unter einem Arm klemmte eine Flasche Ravini (= Aldi-Martini) - der einzige von der Feier verbliebene, kümmerliche Rest. Von hinter ihm aus dem Hausflur aus Richtung Kellertreppe wälzte sich süßlich ein fast greifbarer Dritte-Welt-Bordell-Mief ins Freie - wir husteten angewidert. Pores guter Laune tat das keinen Abbruch.
Wir wandten die Guter-Bulle-Böser-Bulle-Verhörtechnik an und bekamen so die ganze Story:
+++ SPOILER: Das ist jetzt mal nix für Zartbesaitete +++
Was bisher geschah:
Von den handverlesenen, geladenen 16 Gästen erschienen nur acht. Dies hatte allerdings zwei Vorteile: Erstens hatte jetzt jeder seinen eigenen Eimer und zweitens war nun doppelt so viel Alkohol wie geplant für jeden da! Hurra! Man becherte, was das Zeug hielt, die Stimmung stieg! Schon bald musste sich der Erste übergeben, fein, wie geplant in den Eimer! Das war Disziplin, das lief wie gedacht! Das Bechern ging weiter, die Stimmung stieg schier ins Unermessliche! Die Alkohol-Vorräte schrumpften zusammen wie Schnee in der Sonne! Hoch disziplinierte Zecher übergaben sich gar sittsam in die bereitstehenden Behältnisse - der geniale Plan ging ja mal sowas von auf! Die Stimmung wollte schier bersten, steigerte sich von Höhepunkt zu Höhepunkt!!! Andreas L. ("Leisi"), seines Zeichens begeisterter B-Jugend-Fußballer, hielt es vor schier aufschäumendem Übermut nicht mehr auf dem Sitzplatz! Hier brach sich brachial der innewohnende Kicker Bahn! Leisi holte aus, trat und traf! Wieder und wieder! Als ihn die arg besudelten Jungs zu Boden gerungen hatten, war es bereits zu spät: Andreas hatte alle acht schwappenden Kotzeimer elfmetermäßig durch den brandneuen, maßangefertigten Hobbykeller getreten und deren Inhalte großzügig auf Decke, Wände, Mobiliar und Zecher verteilt.
Danach begann das trunkene wie panische Reinigen des besudelten Ortes, zuletzt hatte man gegen den bitterbösen Gestank alle im Haus befindlichen Duft- und Deosprays in den Keller geblasen. Dann waren gegen 23.00 Uhr alle völlig erschöpft schlafen gegangen.
Wir fanden den Gastgeber Tom in seinem Bett vor. Als er erwachte, strahlte er wie ein Dreckeimer und lallte ein begeistertes "Hey, der Henning!", um dann ansatzlos in den Papierkorb neben dem Bett zu kotzen. Was doof war: Der Papierkorb war aus Bast und funktionierte in diesem Fall wie eine Küchen-Seihe.
Pore war in der Zwischenzeit wieder eingeschlafen, er hielt die Ravini-Flasche wie einen Teddy im Arm. Die Flasche ließ sich ihm nur entringen, indem wir eine leere Flasche in die Armbeuge nachschoben, jetzt hatten wir Neuankömmlinge wenigstens auch etwas zu trinken.
Leider hatte der Ravini mittlerweile Körpertemperatur - bäh!
Wir trollten uns nach Hause.

Dieser Partykeller hatte vermutlich die längste Zeit nach Holz mit Honiglasur gerochen.


Samstag, 15. Juni 2013

Bürogeplänkel 51 - Lieber tot als defibrilliert

http://goo.gl/UTZMf
Ein Hoch auf die Moderne und auf das nächste Büro-Gadget: den Defibrillator.

Machen wir uns nichts vor: Wir werden ja alle nicht jünger. Nichtmal ich! Der eine oder andere Herzstillstand im Büro steht uns statistisch gesehen also noch bevor. Deswegen: Daumen hoch für die weise Entscheidung der Geschäftsführung, für eine massiv alternde Belegschaft so ein Gerät anzuschaffen.

Modern, modern: Nachdem man die Scheibe am Blech-Kisterl an der Flur-Wand eingeschlagen hat, gibt das inliegende Gerät tatsächlich gesprochene Anweisungen von sich. Aber ganz so gesittet wie in dem Video (Link) wird es beim Reanimieren der Kollegenschaft sicherlich nicht zugehen. Vor meinem geistigen Auge spielt sich das eher wie ein Sketch aus dem Muppets-Laboratorium ab. Aber vielleicht gerade deshalb erzählt das sprechende Gerät zwischendurch zur Auflockerung auch mal 'nen Witz:
Kommt 'ne Frau beim Arzt.
Sagt der Arzt: "Was haben Sie denn?"

Sagt die Frau: "Mittagspause!"
Übrigens, in der weiblichen Kollegenschaft keimt bereits erster, reflexartiger Widerstand gegen das Wiederbelebt-werden. Sicher, sicher - damit war ja zu rechnen...
"Mich fasst keiner an", sagten gestern tatsächlich zwei der Bürodamen.
"HÄ? WIE? Lieber tot als defibrilliert?", fragte ich, um Fassung ringend.
"Genau!", bekam ich als bockige, brockige Rückantwort.
Tsts! Leute, Leute!!!
Man fasst es einfach nicht!

Eine Ausnahme würden die Damen sicher bei Dr. Douglas „Doug“ Ross (aka George Clooney aus der Serie Emergency Room) machen.
Eventuell...
Aber nur für den Fall, dass sie am Tag ihres Herzstillstandes ihren wirklich allerbesten BH tragen.


Siehe auch: Blogbeitrag, Blogbeitrag, Blogbeitrag


Freitag, 14. Juni 2013

75 Jahre Regen

http://goo.gl/lmdRI
Als Neville Chamberlain (Wikipedia) 1938 bei einem Staatsbesuch bei strömendem Regen in München aus dem Flugzeug stieg, öffnete er seinen Paraplü und schritt damit gemessen die Gangway hinab. Viele hundert Menschen, die das Naziregime zu diesem Anlass als Klatschvieh gedungen hatte, harrten bereits seit Stunden im Regen aus, natürlich ohne jeden Schutz vor der Witterung. Dass Chamberlain einen Schirm benutzte, das zeigte den nach einem halben Jahrzehnt Nazi-Indokrination u.a. "hart wie Kruppstahl" gewordenen Deutschen, wie unendlich verweichlicht im Gegensatz zu ihnen diese Briten doch waren! Was für Luschen! In Kinos, die die Wochenschau mit der Chamberlain-Szene zeigten, spielten sich tumaltartige Szenen unbändiger Lustigkeit ab.
Reime wurden gedichtet, Schmählieder ersonnen.
[So berichteten es meine Eltern, die zu der Zeit Kinder gewesen waren.]

Gestern war ich auf dem Weg nach Hause von der Arbeit noch kurz in einem Wuppertaler Kaufpark. Als ich herauskam, kübelte es reichlich. Ich stand im trockenen Eingangbereich, rückte mir das Basecap zurecht, um kurzum loszulaufen. Ein Herr in den 60ern lief ohne Schirm los zu seinem Wagen, um mit einem Schirm zurückzukehren. Damit wollte er wohl seinen hinter mir im Eingangsbereich kauernden, ca. 20-jährigen Sohn retten. Gemeinsam stolperten sie unter dem Parapluie zum Auto, wobei Sohnemann große Acht darauf gab, mindestens 2/3 der Schirmfläche für sich zu haben. Eine Bö wehte den Schirm kurz zur Seite, da quiekte der zarte Filius laut: "Äääh! Meine Haare!"
Ganz offensichtlich war der Bub komplett aus Zucker.

OK.
Also "irgendwas in der Mitte" wäre gesund, denke ich.


Donnerstag, 13. Juni 2013

Untermononatriumglutamatisiert

http://goo.gl/wEn3Y
Jahrelang hatte ich versucht, Mononatriumglutamat (MNG) im Essen zu meiden, denn wirklich gesund konnte das nicht sein, wenn viele Leute davon Schweißausbrüche bekommen und extreme Ruhelosigkeit dito Schlaflosigkeit vermelden. Vorbei waren also die wunderbar sorglosen 80er, in der jedes Essen in Mutters Küche quasi aus dem Handgelenk seine Portion "Maggi" oder "Fondor" bekam, was ziemlich genau "MNG mit Rieselhilfe" ist (also E 621 mit E 538).

Doch jetzt war spätestens ab 2010 die Moderne angebrochen! Ich verzichtete restlos auf alle Produkte aus den Häusern Maggi und Knorr und suchte mir in den Supermärkten der Umgebung 'nen Wolf nach MNG-freier Gemüse-Brühe - eine nahezu unlösbare Queste im Dritten Jahrtausend! Einzig beim Asiaten machte ich eine Ausnahme, denn da gibt es ja nix Anderes, die packen ja sogar noch Glutamat in den Nachtisch, die Vögel! Deshalb nennt man die körperlichen Symptome, die vom MNG herrühren, auch "Chinarestaurant-Syndrom" (Quelle).

Und eines Tages das: Mich überfiel plötzlich und unerwartet ein massiver Jieper nach "Ei mit Maggi"... Ja, ich gestehe: So hatte ich hart gekochtes Ei bereits seit meiner Kindheit immer gegessen! Ich kannt et doch gar nich anders! Et wurde auch nich mehr besser mitm Jieper, bis ich nach Tagen dem Suchtdruck endlich nachgab un en Ei mit reichlich Maggi verdrückte. Un wat soll ich sagen? Et war herrlich! Et war nämlich, als hätt der Himmel die Erde still geküsst! Ein Joseph-von-Eichendorff-Moment (Link)!
Un de Mutter hätte gesagt: "Dat war ne Schmecke!"
Fakt ist: Ich war völlig untermononatriumglutamatisiert.


Montag, 3. Juni 2013

Der Computer als Zen-Garten

http://goo.gl/FeOkE
Der Zen-Garten:
Der 72-jährige Abt des Klosters schiebt die Papiertür zur Seite, tritt heraus in den klaren Morgen. Die Luft riecht angenehm würzig, Vögel singen. Er geht die Einfassung des ausschließlich der Meditation dienenden Steingartens ab. Es ist ein Trockengarten aus Steinen und Sand. Es handelt sich um einen sehr reduzierten Zen-Garten-Stil namens Kare-san-sui (vgl. Wikipedia). Der Abt sammelt kleine Stöckchen, Blätter und Bärlauch-Samen ein, lauscht dabei auf den Gesang eines Brillenvogel-Männchens. Nach etwa einer Viertelstunde beginnt er, den Sand zu harken. Der Sand wird in Wellenform geharkt, um die Steine umfließendes Wasser zu symbolisieren.
Sein Geist ist angenehm leer.

Der PC:
Der 72-jährige Opa Paschulke öffnet die Schiebetür und schlurft in sein Arbeitszimmer. Es riecht angenehm muffig. Er schiebt sich zwischen Wand und Schreibtischkante entlang, läßt sich auf den Bürostuhl plumpsen, startet den PC. Es ist ein älterer Rechner mit nur sehr wenigen Anwendungen. Opa Paschulke beginnt, auf dem Desktop einige Icons hin- und herzuschieben, lauscht dabei auf das mysteriöse Ticken der Heizung. Nach einer Weile startet er wie jeden Tag die Defragmentierung der Festplatte. Er beobachtet diesen Vorgang mit großem Wohlwollen, erzeugt er doch einen höheren Grad an Ordnung.
Sein Geist ist angenehm leer.