Mittwoch, 20. Mai 2015

Der Preis des Erfolges

photo credit: coconut ice cream via photopin (license)

Mit der Liebsten schalenderte ich die Stargarder Straße entlang, Prenzlauer Berg, Berlin. Das Wetter war fein und gleich würde auf der rechten Seite eine Eisdiele kommen, wir schauten uns an: Nein, kein Eis für uns!
Grundgütiger!
Wir waren ja so dermaßen vernünftig!
150 Schritte später gab's auf der linken Straßenseite eine Menschenschlange wie zu DDR-Zeiten. Wir staunten, kamen näher.
Nun, hier hatte wohl ernstlich DER EISLADEN DER GÖTTER, ach was, die scheiß EISPATISSERIE DER GÖTTER aufgemacht! Der Laden hieß Hokey Pokey. Schickes Interieur, prächtiges Corporate Design, hinterm Tresen in einheitlicher Kledage drei wirklich ansehnliche Maiden mit den Haarfarben Brünett, Blond und Rot (mit Sicherheit kein Zufall). Dann die Eissorten! Ich will es so sagen: Ein Etablissement, welches neben "Salted Peanut Caramel" auch "Walnuss Brownie", "Mohnmarzipan", "Rhabarber Creme fraiche" und "französische Schokolade", führt, lässt keine Wünsche für den modernen Gaumen des Dritten Jahrtausends offen!
Die Preise waren allerdings respektabel.
Total überraschenderweise beschlossen wir, entgegen unserer gegenseitigen Versicherung von vor gerade eben 3,5 Minuten, nun doch ein Eis zu essen -- und zwar eins zu 1,60 EUR pro Bällchen.
*räusper*
Was soll ich sagen? Göttlich!
Während ich mein Salted Peanut Caramel-Hörnchen schleckte, hatte ich eine Hand frei und googlete den Laden (Link).Tatsächlich ist das Hokey Pokey dermaßen erfolgreich, dass wegen der permanenten Menschenschlange vor dem Laden schon das Ordnungsamt aktiv wurde. Der Besitzer wusste sich nicht anders zu helfen, als den Eispreis pro Bällchen um 60 Cent anzuheben, nur, um des Andrangs irgendwie Herr zu werden.
Wow! Wir hatten den Preis des Erfolges gezahlt! :D

(Eine gute Freundin sagte, diese Art von "Hypes um Nix" wäre genau der Grund, warum sie Berlin nicht so dolle fände, aber ich mag Berlin genau wegen dieses bekloppten 24/7-"Schnullewupp goes viral"-Gedöns.)