Dienstag, 31. Mai 2016

Mit Flip-Flops durch das ganze Jahr

photo credit: geta and tabi socks via photopin (license)
Seit einigen Wochen bin ich stolzer Besitzer von Flip-Flops.
Nach anfänglichem Befremden über das Flippen & Floppen läuft es jetzt sehr gut. Und da ich als Minimalist nicht für jede Jahreszeit unterschiedliche Hausschuhe haben möchte, überlegte ich mir bereits das Flippen & Floppen im urst fußkalten Bergischen Land für die Zeit zwischen dem 1. November und dem 20. März.
Die Idee war, ein paar Tabi-Socken (Link) zuzulegen.
Hey! Yeah!
Was bin ich doch für ein Fuchs!
Doch halt... Was würde meine Frau dazu sagen? Bevor ich also spontan die Bestellung in die Tat umsetzte, ließ ich mein theoretisches Vorhaben als Testballon bei den Kolleginnen im Büro steigen.
Doch ach! Ich blickte in verständnislose, leere Gesichter, die mir quasi pantomimisch mitteilten "Hä? Da greift doch sofort die "Socken in Sandalen"-Todesregel, ist also total verboten!!"
*seufz*
Ich sag mal so: Crocs darf ich auch schon nicht tragen...


Frauen sind toll, sie machen aber auch viel Probleme.


Freitag, 27. Mai 2016

In der Mehrzahl

photo credit: wb39-1994-009 via photopin (license)
Auf einer zeitlich recht fortgeschrittenen Grillparty fragte eine Bekannte plötzlich ins Dunkel: "Was ist eigentlich die Mehrzahl von Kohl?"
Es entspannte sich eine angeregte Diskussion, wobei elegante Lösungen wie "Kohlköpfe" oder "Kapusta" ;) eher ins Hintertreffen gerieten und Lösungen wie "Köhler" (ehem. dünnhäutiger Bundespräsident) oder "Kohle" den Vorzug bekamen.
Niemand dudente das Problem. Hans & Franz googlen 24/7 jeden Scheiß, gedudent wird nie nix, dabei gibt es den Duden seit 1880, Google erst seit 1996. Die Amis haben sowas einfach drauf.
Vielleicht muss man "gedudent" einfach nur öfter sagen, damit sich Hans & Franz daran gewöhnen.
Der Nominativ plural von "Kohl" ist übrigens "die Köhle" (Link), ich habs gedudent.
Mehr zum Nachschlagen:
"Der Mafiosi nimmt zwei Espressos zu seinen Antibiotika."
Also entweder der Mafioso (Einzahl) oder die Mafiosi (Mehrzahl). Und am wahrscheinlichsten heißt es Espresso/Espressi (oder Espresso Doppio, wenns ein Doppelter ist). Ist der Mann bakteriell beeinträchtigt, dann bekommt er vielleicht tatsächlich ein Antibiotikum verschrieben und nur, wenn man, "wie es etwa in der niedersächsischen Hähnchenmast üblich ist, innerhalb von 30 Tagen bis zu 8 verschiedene Antibiotika" (Quelle) wie Smarties verteilt, denn dann spricht man wirklich in der Mehrzahl von Antibiotika.

Schöne Wochenenden!


Mittwoch, 25. Mai 2016

ru24 Wissen: Planet Nine

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In der "Liste der hypothetischen Himmelskörper des Sonnensystems" (Link) gibt es jetzt einen neuen Shootingstar an nunmehr 16. Position: "Planet Nine". So sind se, die Astronomen heutzutage: Erst quatschen sie einem Pluto weg (Blogbeitrag), dann kommen sie mit "Planet Nine" aus der Hütte.
(An Position 15 der Liste steht übrigens ein "hypothetischer ehemaliger fünfter Gasriese", der irgendwann mal die Biege gemacht haben soll, und hey!: Vielleicht sind die beiden ja ein und derselbe Planet!)
Vorstellen kann man sich das so: Als Kind bestellt man in der Eisdiele ein Hörnchen mit neun Bällchen -- Yay! Rockt! -- und während man noch on the Top an der etwas blassen, kandierten Kirsche (Pluto) nuckelt, fällt einem die oberste Kugel (Blaubeere) aufs schnöde Trottoir. Das ist nun unser "Planet Nine": Eine irgendwie abgefallene, nunmehr für den Eisesser nur noch sehr hypothetische Kugel dunkelblauen Eises mit ein paar kräftigen Schlumpfeis-Schlieren und ein paar zarten Himbeer-Schlieren dran.

Jetzt versuchen die Astronomen, diese dunkle Eis-Kugel wiederzufinden: Sie kennen zumindest ein paar der Eisdielen der Stadt und können auch ein paar Vermutungen über die möglichen Fußwege der Eisesser anstellen. Leider ist es jetzt Nacht und außerdem gibt es einen Stromausfall, das einzige Licht kommt von einem 200 m entfernten Fahrrad und der 1.600 km entfernte Satellit, mit dem man sucht, hat nur eine Auflösung von 10 cm.
Viel Erfolg.


Samstag, 14. Mai 2016

ru24 History: Mein schönster ESC

photo credit: Imagination via photopin (license)
Mit im Fernsehen gezeigtem Sport kann man mich quälen. Es gibt kaum etwas Lähmenderes als eine Sportübertragung: Fußball, Formel 1, Wintersport. Einzig Golf und Curling finde ich sehr entspannend, aber das möchte wie immer niemand mit mir schauen.

Auch extrem quälend ist der jährlich stattfindende European [JUH-rOH--PI-ÖNN] Song Contest (ESC), der früher mal Grand Prix d'Eurovision de la chanson hieß -- die alte Nuschelmuschel läßt grüßen. Wird man im Freundeskreis zu solch einer Veranstaltung eingeladen, man möchte (und sollte) reflexartig den Abend anderweitig verplanen. Fremdschämen war mir noch nie ein Vergnügen, vielmehr leide ich ununterbrochen mit, wenn bizarre Pailetten-Olgas die singende Säge geben, derweil eine jedes Maß vermissen lassende Lightshow versucht, optisch über das Schlimmste hinwegzutäuschen.
Irgendwann nach gefühlten 67 Beiträgen (in den 80ern waren das mal 15, oder?) ist fast alles überstanden, das Gejaule ist erst einmal verstummt, der Rauch hat sich verzogen, das Blitzen und Blinken konnte auf ein Minimum heruntergedreht werden. Aber dann kommen die Jury-Ergebnisse auf die gepeinigten Ohren: Benelux mauschelt untereinander, die ehemaligen Ostblockstaaten mauscheln untereinander, Türkei gibt Griechenland Null Punkte, Griechenland gibt der Türkei Null Punkte, während uns Griechenland und der halbe Ostblock dizzt usw. (interaktive Grafik). Das das mit Musik nichts zu tun hat, das hatte ich schon mitbekommen, ich bin ja nicht taub. Aber dann noch so ein prä-pubertäres Herumgepunkte im Putin- und Erdogan-Style, das ist ein nicht zu unterschätzendes Zusatz-Ärgernis!
Deutschland bekommt entweder ungerechterweise kaum Punkte, ungerechtfertigterweise gar keine Punkte oder gewinnt total überraschend, dazwischen gibt es nichts. Zum Schluß wird die übermenschliche Geduld des Zuschauers damit bestraft, dass man den sog. Siegersong (u.U. Finnland mit "Lötköpötkö") noch einmal hören muss -- brrr!

Meinen schönsten Grand Prix habe ich um die Jahrtausendwende bei einem damaligen schwulen Freund verbracht. Der hatte um die 20 Leute geladen und denen Wochen zuvor Länderfähnchen zugelost. Zu diesem Land musste man dann etwas fürs Büffet beisteuern. Das sich dort aufbäumende internationale Büffet war echt die Wucht in Tüten und tröstete über vieles hinweg -- mein Tipp für den ESC 2017.


Mittwoch, 11. Mai 2016

Wählt PIA!

photo credit: Hyderabad Blues 3 via photopin (license)

Liebe Leute, heute mal kein Beitrag von mir, sondern von meinem alten Kumpel Professor Yussuf Isidor Morgenthau von der Universität von Miscatonic:


"Liebe Rezipienten!
Viel ist in der letzten Zeit von der sogenannten "Islamisierung des Abendlandes" die Rede gewesen. Machen wir uns doch nichts vor! Die Christianisierung des Abendlandes ist mit dem Ende des letzten großen Krieges knirschend zum Stillstand gekommen und seitdem so massiv auf dem Rückzug wie die Pest oder die Kinderlähmung. Warum? Weil alle Probleme der Moderne von Christen verursacht worden sind. Ich wiederhole: Alle Probleme der Moderne sind von Christen verursacht worden!
Mittlerweile aber sind nahezu alle Bewohner Europas Ungläubige und Heidenkinder, mit Ausnahme der Polen und unserer greisen Anverwandten vielleicht. Die Christianisierung des Abendlandes ist also unbestritten Schnee von gestern. Was also wäre stattdessen so schlecht an einer Islamisierung des Abendlandes?
Hier kommt PIA -- die Partei zur Islamisierung des Abendlandes ins Spiel.

Bevor alle refexartig zu blöken beginnen, vor allem greise Kirchenfürsten und die sog. "Patrioten", hier einige wohldurchdachte schlagkräftige Argumente, was die Einführung der Scharia in Europa für die Europäer alle einen ungeheuren Mehrgewinn bringen würde:


Arbeitslosigkeit
Nimmt man schlagartig alle Frauen aus dem Erwerbsleben heraus, wird in Europa ein zweistelliger Millionenbetrag an Arbeitsplätzen frei, in Deutschland allein sage und schreibe 17,7 Millionen! Adé Arbeitslosigkeit, adé Jugendarbeitslosigkeit! Jetzt muss selbst der letzte Heckenpenner ran, um das riesige Loch im Arbeitsmarkt zu stopfen!
Der Hauptvorteil ist: Niemand hat mehr zickige Arbeitskolleginnen!
Wo man sich umblickt von Island bis Portugal: Vollbeschäftigung dank PIA!!!

Frau zu Hause
Was die CSU mit ihrer Herdprämie zwar gewünscht, aber nicht hinbekommen hat, wird PIA im Handstreich gelingen: Endlich ist da wieder jemand in unseren Heimen, der Behaglichkeit und Häuslichkeit in Krankenhausmengen generiert. Erscheint der Ernährer des Abends mattgepaukt von des Tages Knechtungen in seinem trauten, nunmehr permanent autosterilen Heim, erwartet ihn bereits die Gattin mit seinen Hausschuhen, Feierabendbier und exotischen Speisen. Noch während der Gatte in die Kissen sinkt und sich seine diversen handgefertigten Kulinaria zu Munde führt, tanzt seine Suleika ihm den Tanz der sieben Schleier.
Wo man sich umblickt von Island bis Portugal: Begeisterung dank PIA!!!

Straßenverkehr
Im Jahr 2015 besaßen rund 73,5 Prozent der Frauen einen Führerschein. Wo Frauen nicht mehr Auto fahren, ist man ganz automatisch wieder Herr der Lage! Staus gehören der Vergangenheit an, es gibt Parkplätze ohne Ende, niemand muss jemals mehr hinter einen roten Kleinwagen mit 25 durch eine 30er-Zone juckeln! Hurra! 17,7 Millionen Kleinwagen, die Haushalte angeschafft hatten, damit Frauen damit zur ihrerm Halbtagsjob fahren können, um damit ausschließlich das Geld für den Unterhalt eben dieses Kleinwagens zu verdienen, können eingestampft werden.
Wo man sich umblickt von Island bis Portugal: Straßenverkehr at it's best dank PIA!!!

Diät
Burkha statt Low Carb, mehr muss nicht gesagt werden. 
Wo man sich umblickt von Island bis Portugal: pralle Lebensfreude dank PIA!!!

Mode
Burkha statt Manolo Blahnik. Das von der Damenwelt bisher emittierte ständige Geseihere über Farben, Riemchen, Schuhe verstummt, schafft Raum für eine erholsame, fast schon meditative Ruhe.
Wo man sich umblickt von Island bis Portugal: Die Rückkehr zur Vernunft dank PIA!!!

Pflegemittel
Der durchschnittliche Deutsche gibt jährlich ca. 160,00 € für Körperpflege- und Kosmetikartikel aus. Dabei entfallen statistisch 13,50 € auf den Herren und 306,50 € auf die Dame. Dank Burkha feiern nun wieder Kernseife & Wurzelbürste ihr Comeback! Sinnlos-unübersichtliche Drogerien wie z.B. DM können ihr Angebot nun auf ca. 50 Artikel des täglichen Lebens eindampfen.
Wo man sich umblickt von Island bis Portugal: hart entrümpelte Drogerien dank PIA!!!

körperliche Ertüchtigung
Sich fünf mal täglich im Gebet gen Mekka zu neigen ist die neue Rückenschule der Nation. Kieser Training geht pleite, die ohnehin arg kargen Fitnessbuden werden in Begegnungsstätten umgewandelt.
Wo man sich umblickt von Island bis Portugal: gerade Rücken dank PIA!!!

Rechtssystem
Während Bankenzocker bei uns einfach weitermachten, als sei nichts geschehen, sieht die Scharia für die Koksnasen in Zockerbanken interessante Körperstrafen vor wie 10.000 Stockhiebe oder das hochgradig unfachgemäße Entfernen von Gliedmaßen ("IS-Style") zur besten Sendezeit.
Brandstifter werden verbrannt, Steineschmeißer gesteinigt, Gammelfleischanbieter mit ihren Produkten gefüttert wie Stopfgänse -- alles ist in Balance!
Ehebruch: Um mal ein Geheimnis des Orients zu offenbaren: Ehebruch ist es nur, wenn die Beiden nicht miteinander verheiratet waren. Solches läßt sich aber im wahrsten Sinne des Wortes im Handumdrehen arrangieren und noch schneller wieder lösen. Eine Steinigung ist also in den wenigsten Fällen notwendig.
Wo man sich umblickt von Island bis Portugal: eine Rückkehr des Rechts dank PIA!!!"


Donnerstag, 5. Mai 2016

Die Philosophie des Fliegenfischens


Wir Wuppertaler hatten von Donnerstag bis Sonntag Besuch von Chrissis Freundin B. aus Kanada. Nach ausufernden Schwebebahnfahrten und Hardtanlagenbesichtigungen incl. diversen Open-Air Kaffetrinken stand noch Köln nebst Dom auf dem Programm.
Doch was möchte der Gast? B. wollte gerne einen Angelbedarf-Laden aufsuchen und Fliegenfischen-Köder kaufen, als Geschenk für einen in Kanada lebenden Fliegenfischer. Alles, was ich über Fliegenfischen weiß, ist, dass da Männer in spacken Angelhosen im flachen Wasser stehen und malerisch mit ihren Angeln herumfuchteln und Leinen in der Luft herumschnörkeln wie Anno 1992 in "In der Mitte entspringt ein Fluss" (Wikipedia).
Ich gab zu bedenken, dass kanadische Angelsportgeschäfte mit Sicherheit opulenter ausgestattet seien, als lokale Köder-Katen, aber Argumente fallen nicht immer auf fruchtbaren Boden. Ich googlete mir also den einzigen Laden Wuppertals (Webseite) und am nächsten Tag fuhren wir (B., meine Frau und ich) dort hin.
Als wir die Tür des Geschäfts öffneten, erstarben im Inneren alle Gespräche. Die Anwesenden glotzten die Damen an, als habe stahlend Galadriel, Herrin des Goldenen Waldes einen ohne Lizenz betriebenen, nichtswürdigen Troll-Schankbetrieb betreten. Ein Scherge spurtete sofort umher, um alle Aschenbecher einzusammeln, die in dieser Männerdomäne so selbstverständlich wie bei Mad Men (Link) herumstanden.
Wir verdeutlichten der Tresenkraft (Pflegestufe II) unser Anliegen, derweil hatte der Büttel im Hintergrund keuchend alle 23 vollen Ascher eingesammelt. Er verstaute sie mit dezentem Scheppern.
"Ja, et kommt vorallm drauf an wannse un wose!", dampfte der Fachmann die Philosophie des Fliegenfischens eloquent zusammen. Er kam rum und führte uns zu einem Schrank mit mindestens drei dutzend Schubladen, die allesamt vollgestopft waren mit Döskes voller kleinteiligem, buntem Firlefanz. Die Auswahl war wuchtig.
Aha.
Sobald Männer im Spiel sind, reicht es ja nicht, es kompliziert zu machen. Nein, es muss wieder eine scheiß Wissenschaft draus gemacht werden! Das gilt fürs Grillen, das Atommodell und natürlich auch fürs Fliegenfischen.
Wir krosten also durch die Auswahl der winzigen, bunten, borstigen Dingerskes (Abb.), die allesamt irgendwelche lokalen Insekten in diversen Stadien ihres illustren Werdeganges von der Larven-Wiege bis zur Bahre nachbildeten.
"Der ist hübsch!", sagte B. über ein orange-braun gestreiftes Winz-Gezwirbel.
In der Zwischenzeit konnte ich mich im Laden etwas umsehen. Fische ködern war also ein arg kleinteiliges, ziemlich buntes und vor allem zubehörintensives Gedöns -- wie das wohl primitive Kulturen hinbekommen haben mit dem Fischefangen, so ganz ohne Neonschwimmer, Blinker und orange-braun gestreiftes Winz-Gezwirbel zu 1,99 €?
Nach einer Weile hatte B. eine kleine aber feine Kollektion zusammen, sie zahlte, wir verschwanden.
Während wir ins Auto stiegen, wurden im Inneren des Shops klim!, klim!, klim! die Aschenbecher wieder verteilt.
So eine Aufregung für die Angeljungs!


Montag, 2. Mai 2016

Test: Bin ich ein Katzentyp?

(Foto: Chrissi Sommer)
Wenn man eine Katze in seinem Haushalt wohnen läßt, dann hat man plötzlich einen Mitbewohner, der körperlich fitter ist, als man es je sein wird (Stichwort: "Ninja auf Speed"). Diese Fitness ist gepaart mit einem gutmütig-robusten Wesen, einem verwegenen Sinn für Badezimmer-Hygiene und Ordnung ganz allgemein sowie einer vorhandenen, aber nicht gerade das Firmament erleuchtenden Intelligenz.
Wenn man nicht weiß, ob eine Katze als Mitbewohner zu einem passt, dann kann man das im Vorfeld simulieren, indem man für ein paar Tage einen Handballer bei sich einziehen läßt. Ist man froh, dass die Krampe wieder weg ist, dann sollte man die Anschaffung einer Katze vielleicht auch noch einmal überdenken.